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Mehr Liebe in der Erziehung!

|   News aus Tostedt

Ein Plädoyer von Gundula Klepsch, Erzieherin in der Johannes-Kita, Breslauer Str.

In einer vom Optimierungswahn besessenen Gesellschaft ist es nicht leicht sein eigenes Maß an Anspannung und Entspannung zu finden. Immer mehr, immer besser, immer schneller. Wir sind in Eile oder haben gerade nicht die Nerven für „Kinderkram“. Daraus resultiert, dass Kinder sich an unseren Rhythmus anpassen müssen. Für mein Verständnis sollte es eher anders herum sein! Um die Balance im Leben zu finden und nicht an Burn-out zu erkranken müssen wir lernen unsere Grenzen zu finden und dürfen auch „Nein“ sagen. Stellen wir uns mal vor, dass wir das schon als Kinder lernen dürfen, genau wie das Sprechen und das Laufen, ganz natürlich und intrinsisch motiviert! Doch dafür müssen wir aufhören zu glauben, dass Kinder unsere Befehlsempfänger sind, die wir hin und her schubsen können wie es uns in den Kram passt, dass sie „funktionieren“, wie wir sie brauchen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, dennoch brauchen sie von Anfang an eine wertschätzende, liebevolle Begleitung. Oder würden wir es mögen, wenn ständig jemand zu uns sagt: „Nun iss deinen Teller leer, oder ziehe jetzt deine Jacke an!“ Möchten wir es nicht selbst entscheiden wann uns warm oder kalt ist? Ich glaube, wir dürfen hier mehr im Vertrauen und in LIEBE sein. Kinder brauchen Autonomie und Verbundenheit zum gesunden Aufwachsen. Also lasst uns in Liebe verbunden sein. Wir dürfen einfach ein gutes Vorbild sein, dass von Herzlichkeit, Liebe und Wertschätzung geprägt ist. Denn wir wissen, dass die Beziehung das Wichtigste ist. Wenn wir den Kindern in Liebe dienen, sie mit dem Gefühl aufwachsen lassen, dass sie so wie sie sind, genau richtig sind, dann sind sie auch eines Tages bereit etwas für uns und die Welt zu tun. Kinder tun alles mit Begeisterung. Lassen wir uns anstecken und erledigen Dinge mit positiven Gefühlen und mit mehr Ruhe und Gelassenheit. Dann lernen Kinder, dass die Welt ein schöner und friedlicher Ort sein kann, dass Leben schöner ist, wenn wir Spaß haben. Wenn wir unsere tägliche Arbeit in Liebe und Herzlichkeit verrichten, dann wird die Welt ein „liebender“ Ort. „Du und ich: wir sind eins, ich kann dir nicht wehtun ohne mich zu verletzen“.  (Mahatma Gandhi)

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